Landfrauenfrühstück am 14.03.2026 , Gasthaus Burmester in Almstorf

Landfrauenfrühstück am 14.03.2026 , Gasthaus Burmester in Almstorf

Petra Eckhoff begrüßte pünktlich um 9 Uhr  97 Landfrauen sowie den Referenten Herrn Wolfgang Borchard.

Frau Eckhoff stellte kurz das neue Programmheft vor und wies auf eine aktuelle Änderung bezüglich der Kopenhagen-Reise 2027 hin. Aufgrund eines günstigeren Angebotes der Busgesellschaft, nach Druck des Programmheftes, wurden die geänderten Reisedaten und -preise als Einleger dem Programmheft beigelegt.
Als nächsten anstehenden Programmpunkt wurde der Ausflug nach Hamburg zur „Heißen Ecke“ erwähnt sowie die Aktivitäten in kleinen Gruppen (Fahrradgruppe).

Nach dem reichhaltigen, leckeren Frühstücksbuffet begann der Vortrag von Herrn Wolfgang Borchard:
Wie wir wurden, was wir sind – Die Geschichte der Bundesrepublik im Spiegel von Schlagern und Liedern.

Herr Borchard ist Politikwissenschaftler und Historiker aus Clausthal-Zellerfeld. Er war bis zu seiner Pensionierung in der Erwachsenenbildung tätig, leitete mehrere Fortbildungseinrichtungen. Nun im Ruhestand hält er Vorträge zu verschiedenen Themen.
In seinem Vortrag berichtete er wann und wo sich die Siegermächte nach bzw. schon vor Kriegsende trafen. Es waren zunächst die Amerikaner mit Roosevelt, Russland mit Stalin und England mit Churchill. Sie trafen sich schon 1946 um zu besprechen, wie es nach Kriegsende mit Deutschland weitergehen sollte. Man teilte Deutschland in 3 bzw. später in 4 Zonen auf.
Russland übernahm Ostdeutschland, England Norddeutschland, Amerika Süddeutschland. Später bekam Frankreich einen kleinen Teil im Südwesten, weil man Frankreich mit im Boot haben wollte um Deutschland in Europa wieder einzugliedern. Jeder der Alliierten versuchte das Beste für sich herauszuholen, so z.B. verlangten die Amerikaner Bremen und Bremerhaven zu bekommen, weil sie einen eigenen Hafen haben wollten. Auch deshalb ist Bremen heute ein eigenes Bundesland, obwohl es so klein ist.
Es wurde von der Entmilitarisierung, von den Prozessen gegen die Kriegsverbrecher erzählt, und wie unterschiedlich die Besatzungsmächte damit umgingen.
z.B. wurden in der Sowjetzone 80% der Lehrer entlassen und „Neu-Lehrer“ eingestellt, was hauptsächlich Frauen waren, die ihre Familien ernähren mussten und ehemalige Soldaten die versehrt waren. In den westlichen Zonen wurden nur 20 % ausgetauscht.
Wichtige Persönlichkeiten bekamen teilweise nur geringe Strafen wie Z.B. Krupp, der für 10 Jahre ins Gefängnis sollte, aber nach 2 Jahren wieder freikam, weil er für den Aufbau der Wirtschaft wichtig war. In der Sowjetzone hingegen war es schwierig die Industrie wiederaufzubauen, weil die meisten Anlagen von den Russen zerstört oder nach Russland gebracht wurden. In der Sowjetzone wurden die Bauern, ob sie wollten oder nicht, umgesiedelt.
Im Potsdamer Abkommen wurde beschlossen, dass nichts getan werden sollte, was die Deutsche Gemeinschaft zerstören könnte. Was daraus geworden ist, wissen wir. Die Trennung in Ost- und Westdeutschland. Denn die Amerikaner und die Russen hatten zu gegensätzliche Auffassungen von Wirtschaft und Währung. Kommunismus kontra Kapitalismus.
Die ersten Parteien, die zur Wahl standen um Deutschland eine neue Regierung zu geben, waren die Sozialdemokraten, die Kommunisten und die Christdemokraten.

Untermalt wurde der Vortrag durch Fotos von den Zoneneinteilungen und zerstörten Städten.
Außerdem spielte Herr Borchard einige Lieder/Schlager ab, die zu der Zeit angesagt waren und beim sonntäglichen Wunschkonzert über die noch vorhandenen Volksempfänger gehört wurden. So z.B. „Davon geht die Welt nicht unter“ von Zarah Leander oder von Hans Albers „Und über uns ist der Himmel“ oder Lieder von Friedel Hensch und den Cypris.
Es waren alles Lieder, die Mut machen sollten, weniger Liebeslieder.
1949 trafen sich sog. Verfassungsrechtler in Bayern am Schliersee, die eine neue Verfassung für Deutschland erarbeiten sollten. Sie wurden aber von den Siegermächten genau kontrolliert.
Wie auch bei öffentlichen Veranstaltungen Reden und Lieder vorher abgesegnet werden mussten.
Die erste öffentliche Kritik an den Besatzern gab es beim Kölner Karneval mit dem Lied:
„Wir sind die Eingeborenen von Trizonesien“ Eine Anspielung auf die Situation der Deutschen, die nicht einmal gefragt wurden, wie es nach dem Krieg weitergehen könnte.

Ende der Veranstaltung um ca. 11.45 mit Verabschiedung und Danksagung an Herrn Borchard durch Ulrike Albers.


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