Jahreshauptversammlung 2026 im Kurhaus Bad Bevensen am Dienstag, 13.01.2026
Mit einem Gedicht von Theodor Fontane eröffnete die 1. Vorsitzende des Landfrauenvereins Bevensen, Christine Hyfing, die diesjährige sehr gut besuchte Generalversammlung im großen Kurhaussaal. Dabei beleuchtete sie die Bedeutung von Demokratie an wesentlichen Aussageelementen des alten Textes, wie Eigenverantwortung, Wahrhaftigkeit und Zusammenhalt. Alles von großer Aktualität Derlei Versammlungen bringen mit Berichten, Rückblicken, Planungen oft auch Wahlen mit sich, die große Abschiede und Veränderungen nach sich führen. So auch hier.
Denn die 1. Vorsitzende Christine Hyfing kandidierte nach 20 Jahren aktiver Vorstandsarbeit – viele Jahre als Schriftführerin und dann als 1. Vorsitzende nicht mehr. Viele herzliche Dank- und Lobesworte wurden ihr zuteil, auch von der Kreisvorsitzenden der Landfrauen Gesine Harleß. Dass die Vorwerkerin „unser Angelpunkt“, „diplomatisch“, „immer die richtigen Worte gefunden hatte“ und „unkompliziert“ war, drückten die Beiträge der Vorstandsmitglieder auch. Und Ingrid Schrötke, zuverlässige Kassenführerin seit 2014, macht in ihrem Amt nicht weiter. Ihr wurde eine Biene (Symbolzeichen der Landfrauen) mit grünem Stein und eine Urkunde des Niedersächsischen Landfrauen Verbandes von der Kreisvorsitzenden überreicht.
Ergebnis der Wahlen: kommissarische Leiterin ist die ehemalige Stellvertreterin Ulrike Albers, die Kasse führt Britta Lammerich, neue Beisitzerin ist Petra Eckhoff.
Dass bei den Bevenser Landfrauen viel läuft, wurde durch den Rückblick von Schriftführerin Ingrid Hinrichs deutlich. Da gab es diverse Vorträge, vom Reisebericht „Vier Jahre leben in China“ bis hin zum Wirken der „Uelzener Tafel. Es gab Besichtigungern zur Lübecker Marzipanschule oder zum nahe gelegenen Forellenhof nach Bruchtorf. Eine Kulturfahrt nach Hamburg und eine Mehrtagesfahrt ins Münsterland. Nicht zu vergessen, die Landfrauenfrühstücke, Geburtstagskaffees und mehr. Zu manchen Zusammenkünften kamen an die 150 Mitglieder zusammen.
„Das Miteinander ist ein Herzstück unserer Gemeinschaft!“, so Ingrid Schrötke. Daneben gibt es noch kleine Gruppen mit Irmtraud Marquardt (Fahrradgruppe), Ingrid Schrötke (Sonntagsfrühstück für Alleinstehende), Petra Eckhoff (Wandergruppe), Annelie Beusch (Basteln), Susanne May (Digitales).
Mit seinen 314 Mitgliedern ist der Landfrauenverein eine der größten Gruppen vor Ort. Das vielfältige Angebot wird sehr geschätzt und das Miteinander das Füreinander – da sein.
Im Anschluss an die Generalversammlung des Landfrauenverein Bevensen und dem Kaffeetrinken, hatte der Bevenser Arzt Wolf-Peter Weinert. Sein Vortragsthema: Gesundheit im Blick der Geschlechter – Unterscheide verstehen und berücksichtigen.
Anfangs berichtete er von seinem Anatomiekurs vor 50 Jahren, wonach ihn der Unterscheid zwischen Mann und Frau medizinisch begleitet. „Was damals an Geschlechterverteilung galt, gilt heute nicht mehr“, so Weinert. Heute ist es um gut 20 Geschlechterkategorien erweitert. Divers, binär, bigender, genderfluid, agender beispielsweise. Der Übersicht wegen griff er beim Thema jedoch wieder auf eine Zweiteilung der Geschlechterkategorien zurückgeführt. Nicht auf männlich/weiblich, sondern die Begriffe cis-(geschlechtliche) Menschen und demgegenüber tran-(geschlechtliche) Menschen. „Die einen sind die, die mit ihrer Geschlechtsbestimmung von Geburt seins sind, die anderen, die feststelle, dass sie das nicht sind.“
Na klar verwischen mit der Gleichberechtigung die Geschlechterrollen. Kleidung, berufliche Stellung und Karrieren. Diese Entwicklung habe aber auch Nachteile für die Frau nach sich gezogen, bezüglichen Lifestyle und dessen Folgen, wie Rauchen, a
lkohol, Stress.
Er machte Unterschiede im Immunsystem deutlich, Schmerzempfindung, Stressverarbeitung, Depression und mehr.
Letztlich ging der Arzt auf Therapieunterschiede ein, die viel zu wenig berücksichtigt werden. „Etwa wenn Frauen und Männer dieselben Medikamente und keine speziellen Dosierungen erhalten, dabei sind beispielsweise Darm und Stoffwechsel grundverscheiden bei der Medikament – Aufnahme“, so Weinert. Es folge eine andere chemische Verarbeitung. So bleiben Tabletten bei Frauen um rund ein Drittel länger im Magen und Darm als bei Männern. Zu berücksichtigen sei auch, dass Männer durchschnittlich größer und schwerer sind als Frauen. Der Fettanteil sei jedoch bei Frauen höher. Auch die Aktivität von Enzymen sei nicht gleich, wie auch die Ausscheidung der Medikamente über die Nieren.
Mit großem Interesse verfolgten die Landfrauen dem Vortrag. Fragen im Anschluss drehten sich um die Diversität der Geschlechter und um die Prüfung neuer Medikamente ohne Unterschied der Geschlechter
Zum Abschluss gab es langanhaltenden Applaus und ein Geschenk.
Text Ute Bautsch-Ludolfs










