Erkundung der näheren Umgebung mit dem Fahrrad – Gollern / Röbbel

Erkundung der näheren Umgebung mit dem Fahrrad – Gollern / Röbbel

 

Beitrag von Ute Bautsch-Ludolfs

Warum in die Ferne schweifen, wenn das Schöne liegt so nah. Die Bevensen Landfrauen machen regelmäßig eine mehrtägige weite Fahrt und eine Radtour in die nähere Umgebung. Es war wieder soweit und knapp 30 Frauen radelten mit. Diesmal standen Besonderheiten vom Sirachsberg, Gollern und Röbbel im Augenmerk mit vielen Informationen von Fachleuten.
Rainer Lange hatte sich sorgsam zum Haltepunkt Sirachsberg vorbereitet. Dort hatten früher Gr. Hesebeck rund Röbbel Hutungsrechte. „Dann kam im Jahre 1837 die Verkoppelung und die Flächen wurden verpachtet. Es kam eine Ziegelei. Mit Främkes gab es anschließend Veränderung. Das Land wurde urbar gemacht, Häuser gebaut, rund 9 Hektar Grünland, 15 Hektar Acker und 5 Hektar Wald gehören zu diesem Gebiet.
Inzwischen sind 10 Personen gemeldet. Aus früherer Heidefläche, anschließender Ziegelei und dann folgendem Hof ist ein winziger Ortsteil geworden. „Hier war ich noch nie, wusste gar nicht um die Entwicklung“, so manche Landfrau.
Weiter wurde vor allem über Wald- und Feldwege nach Gollern geradelt. Dort stand die kleine Burgkapelle im Mittelpunkt. Weitere Damen schlossen sich an und fast 50 Landfrauen folgten den Ausführungen der Landfrau Ulrike Schrötke. Sie wies auf Besonderheiten und Schönheiten dieser alten Dorfkirche mit Backsteinen und umlaufenden Feldsteinfries stammen aus dem 13. Jahrhundert. Der Fachwerkturm wurde 1855 gebaut. Im Innern wurden das alte Kruzifix auf der barocken Altarwand und die drei Holzfiguren, sowie die reich bemalte Kanzel andächtig betrachtet.
Für viel Neues und Überraschung sorgte die alte Mühle in Röbbel, vorgestellt von August-Friedrich Ottenhausesn, der Hof und Mühle 1965 übernommen hat.
Die alte Mühle wurde vom Röbbelbach und Gollerner Bach gespeist. „Nachts wurde angestaut“, so Ottenhausen. „Im Jahre 1336 ist sie das erste Mal erwähnt und gehörte zum Kloster Medingen.“ In früheren Jahren, von 1740-1864 war hier eine Papiermühle. Dazu nutzte man Lumpen und Schafswachse um klebenden Leim zu gewinnen. Ottenhausen konnte noch altes Papier mit Siegel und Wasserzeichen zeigen. 1904 wurde das Wasserrad durch eine Turbine ersetzt. Alle 14 Tage gab es eine Tour durch die Dörfer und es wurde Korn gemahlen. Im Jahre 1956 endete das Gewerbe. 2011 wurde die Mühle von der Dorfgemeinschaft Röbbel aus- und aufgeräumt und bei einem großen Mühlenfest zu neuem Leben erweckt. Im ersten Stock entstand ein Aufenthaltsraum und im zweiten ein Museum, in dem nun zahlreiche Exponate aus der Mühlen- und Hofgeschichte zu besichtigen sind.
Mittlerweile haben hier schon einige Veranstaltungen der Dorfgemeinschaft stattgefunden. Am 18. August ist dort ein Freiluftgottesdienst seitens der Kirchengemeinde Bevensen.


Fotos von Ute Bautsch-Ludolfs

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